Ein Chatbot ist ein künstliches Personenprofil, das durch Verfahren wie Machine Learning und semantische Textanalyse dem menschlichen Gegenüber dank Wahrscheinlichkeitsprinzip immer genauere Antworten geben kann. Wie kann man diese Technik in der Immobilienbranche nutzen?

Sprich mit mir!

Seit Mitte letzten Jahres bietet die Österreichische Immobiliensuchmaschine zoomsquare die Immobiliensuche via Facebook-Messenger mit einem Chatbot an. Hierbei dient der Chatbot quasi als Meta-Suchmaschine: nach einer freundlichen Begrüßung fragt der Chatbot die Kundschaft nach Ihren Wünschen die zu suchende Wohnung betreffend, z.B. nach gewünschter Größe, Lage oder Preis. Der Chatbot durchforstet dann riesige Datenbanken und präsentiert dann die Resultate, die noch verfeinert werden können.

In der IT-Branche werden Chatbots als Megatrend gehandelt, die mit dem Durchbruch von Touchscreens, Smartphones oder Apps verglichen werden.

Wer will schon mit einer Maschine sprechen?!

Gut ein Viertel der Bundesbürger könnten sich vorstellen, einen Chatbot mit kleineren Aufgaben zu betreuen, hat der Digitalverband Bitkom herausgefunden, das umfasst die Bestellung beim Pizzaservice genauso wie die Reservierung von Kinokarten. Rund 70% könnten sich vorstellen, einen solchen Chatbot als persönliche Assistenz für den Terminplan zu nutzen. Klar ist: bei der Immobiliensuche kann ein Chatbot weitaus schneller und genauer als jeder Mensch Datenbank nach den gewünschten Angeboten durchsuchen.

Aber auch für Verwalter*innen bietet sich ein großes Einsparpotential für wiederkehrende Aufgaben. Viele Anfragen an den oder die Verwalter*in drehen sich um verlorene Schlüssel, Wartungstermine oder defekte Geräte. All dies kann – sofern die Information entsprechend hinterlegt ist – ein Chatbot zu jeder Tages- und Nachtzeit und innerhalb von Sekunden zurückmelden.

Aus der Sicht der Mieter*innen wird die Kommunikation als schnell und komplikationslos wahrgenommen.

Werden Makler*innen und Verwalter*innen jetzt überflüssig?

Keineswegs! Gerade Verwaltungen mit einem kleinen Team profitieren von der schnellen Erledigung der gleichförmigen Aufträge, die fast 80% des täglichen Geschäfts ausmachen. Eine Maschine kann nur Informationen liefern und Fragen beantworten, die sie vorher auslesen konnte. Ein*e Makler*in kann darüber hinaus bedarfsorientiert beraten und mit dem richtigen „Bauchgefühl“, also eben dem Faktor „Mensch“ die passendste Immobilie aus einem engen Kreis heraus empfehlen. Für diese komplexeren Aufgaben und intensiven persönlichen Beratungen bleibt zukünftig mehr Luft.
Quellen:

https://www.immobilienportale.com/20165088-zoomsquare-facebook-chatbot-fuer-die-immobiliensuche/
http://www.trend.at/trendventure/sind-roboter-immobilienmakler-7562614
https://www.immobilienmanager.de/chatbots-in-der-immobilienverwaltung/150/50495/
http://www.vermieter-ratgeber.de/mieterkommunikation-chatbots