Namensartikel Beatrice Kramm, Präsidentin der IHK Berlin

Es gab kaum einen Tag im vergangenen Jahr, an dem nicht über neue Sündenfälle in der Berliner Verwaltung berichtet wurde.  Mal waren die Kfz-Zulassungsstellen so überlastet, dass ein großer Car-Sharing Anbieter seine Autos seither lieber in Hamburg zulässt. Dann mussten Mütter und Väter teils monatelang auf Unterhaltsvorschüsse warten, weil die verantwortlichen Stellen mit der Bearbeitung nicht nachkamen. Viele vakante Stellen in der Verwaltung blieben unbesetzt und die Arbeitsbelastung der vorhandenen motivierten Mitarbeiter stieg und stieg. Keine guten Signale für den Wirtschaftsstandort, für die Bürger und für die motivierten Mitarbeiter der Verwaltung in Berlin.

Die Unzufriedenheit vieler Akteure in der Stadt hat ein Maß erreicht, das die Politik nicht länger ignorieren kann.

Auch in Abgeordnetenhaus, Senat und Bezirken gibt es Reformer, für grundlegende Veränderungen offen sind und diese selbst vorantreiben möchten. Diese Reformbereitschaft zieht sich quer durch alle Parteien. Nicht nur deshalb bin ich der Auffassung, dass in diesem Jahr die echte Chance besteht, dass wirksame Reformen auf den Weg gebracht und auch umgesetzt werden.

Zukunftspakt Verwaltung

Denn am 14. Mai haben Senat und Bezirke den Zukunftspakt Verwaltung unterzeichnet. Dieser Pakt ist der erste Schritt hin zu einer modernen, effizienten und bürgernahen Verwaltung. Natürlich ist auch dieser Pakt erst einmal Papier. Deshalb erwarte ich   dass die Verantwortlichen jetzt zügig die konkreten Vorhaben des Zukunftspakts angehen, die den Kunden der Verwaltung – also uns allen – tatsächlich direkten Nutzen bringen. Dazu gehören die Schaffung von einheitlichen Strukturen, effiziente Prozesse und ausreichend Personal. Ich erwarte auch, dass der Senat bei der Digitalisierung Mut beweist und in der Umsetzung die noch recht vagen Inhalte des Zukunftspakts mit Leben füllt.

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Eine Stadt – Eine starke Verwaltung

Die IHK Berlin und viele Partnerverbände stehen bei diesem für die Stadt so wichtigen Zukunftsprozess nicht am Rand und werden die nächsten Schritte der Politik eng begleiten. Wir schalten uns aktiv in die Debatte ein. Ich bin sehr stolz darauf, dass unser im Januar gestartetes Bündnis „Eine Stadt – Eine starke Verwaltung“ mittlerweile 37 Verbandspartner zählt. Zusammen haben wir eine starke Stimme und machen deutlich: Verwaltung geht alle an – egal ob Sozial-, Wirtschafts- oder Umweltverband, egal ob Gewerkschaft, Sportbund oder Kirche. Wir freuen uns, dass unser konstruktiver und partnerschaftlicher Einsatz für eine moderne Verwaltung auch von der Politik honoriert wird. Das zeigen die vielen guten Gespräche mit Vertretern aus Senat und Bezirken.

Durchhaltevermögen ist gefragt

Und unser Weg ist nicht zu Ende! Auch jetzt, nach der Verabschiedung des Zukunftspakts gilt es, die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema hoch zu halten. Nutzen wir alle Foren, die sich bieten, um unsere Forderungen für eine starke Verwaltung sichtbar zu machen. Sensibilisieren Sie Ihr Netzwerk, nutzen Sie Ihre Politikgespräche, engagieren Sie sich in den sozialen Medien (#starkeverwaltung) und geben so unseren Forderungen noch einmal eine größere Reichweite. Weisen Sie Ihre Geschäftspartner und beruflichen Kontakte auf unsere Kampagne hin (www.eine-starke-verwaltung.de). Motivieren Sie zum Beitritt und ermutigen Sie Freunde und Kollegen, ineffiziente Prozesse über unseren Notstandsmelder auf der Website zu veröffentlichen. Denn wir alle wissen: Papier ist geduldig! Die Stadt hat erst gewonnen, wenn die im Zukunftspakt formulierten Vereinbarungen auch in der Praxis zu spürbaren Verbesserungen für alle Berlinerinnen und Berliner geführt haben.

Bis dahin wird viel Durchhaltevermögen gefragt sein. Die IHK und alle Kampagnenpartner der Initiative „Eine Stadt – Eine starke Verwaltung“ (wie u.a. der IVD Berlin-Brandenburg) werden in jedem Fall am Ball bleiben und den Umsetzungsprozess konstruktiv begleiten. Auf diese gemeinsame Aufgabe freue ich mich!

Ihre

Beatrice Kramm

 

 

Bildquelle: IHK